Rekordhitze im Juni auf 5000 Metern
Erstmals wurde bereits im Juni im Alpenraum eine Nullgradgrenze über 5000 Metern gemessen – ein neuer Hitzerekord mit Symbolkraft. Gleichzeitig bestätigt der neue Klimabericht für Österreich: Die Alpenregion ist besonders stark von der Klimakrise betroffen.
Null Grad auf 5000 Metern Höhe und Plusgrade am höchsten Punkt der Schweiz: Am 28. Juni 2025 herrschten selbst auf der 4634 Meter hohen Dufourspitze, Plusgrade. Dieser Extremwert bestätigt einen langfristigen Trend: Seit 1961 ist die durchschnittliche Höhe, bei der die Lufttemperatur Null Grad Celsius beträgt, in den Alpen um 300 bis 400 Meter gestiegen. «Die Alpen sind das Fieberthermometer Europas – und dieses Thermometer schlägt Alarm. Die jüngsten Extremereignisse zeigen erneut, dass wir keine Zeit mehr verlieren dürfen: ambitionierter Klimaschutz muss jetzt oberste Priorität haben», mahnt Uwe Roth, Präsident von CIPRA International.
Hitzewellen und Schlammlawinen
Aktuelle Beispiele für die Folgen der Klimakrise gibt es auch 2025 in allen Alpenregionen: Ende Mai verschüttete ein gigantischer Bergsturz das Dorf Blatten im Wallis/CH fast vollständig unter Millionen Tonnen Schutt und Eis. Ende Juni folgten auf eine Hitzewelle Starkregen und Überflutungen: Murenabgänge verwüsteten das österreichische Gschnitztal, in Frankreich begrub eine Schlammlawine die Gleise am Bahnhof Modane unter sich und unterbrach damit den Bahnverkehr zwischen Paris und Mailand. In Bardonecchia/I ertrank ein Mann in den Fluten des Flusses Frejus, der über die Ufer getreten war. Bei einem regionalen Temperaturanstieg von 2 °C könnte sich die Häufigkeit von sommerlichem Starkregen verdoppeln. Das stellt eine aktuelle Studie der Universitäten Lausanne/CH und Padua/I fest.
Antworten auf die Klimakrise
Dem aktuellen österreichischen Klimabericht zufolge stieg die Temperatur seit dem Jahr 1900 um rund 3,1 Grad. Der Bericht dokumentiert eine Zunahme von Hitzetagen, Starkniederschlägen und Trockenperioden. Neben der Anpassung an das sich rasant ändernde Klima betont er auch den Klimaschutz. So sollen alpine Gemeinden verstärkt auf lokale erneuerbare Energiequellen wie Photovoltaik, Kleinwasserkraft und Biomasse setzen. Der Tourismus im Alpenraum soll klimafreundlicher werden – durch eine vermehrte Anreise mit Bahn und Bus, das Vermeiden energieintensiven Kunstschnees im Skitourismus und ganzjährige, naturnahe Angebote. Extensive Weidewirtschaft, der Erhalt von Mooren und Feuchtflächen sowie klimafitte Wälder sollen ebenso gefördert werden.
Quellen und weiterführende Informationen:
www.srf.ch/meteo/meteo-stories/ausflug-auf-5000-meter-sogar-der-temperatur-ist-es-zu-heiss-nullgradgrenze-mit-rekord (de), www.uibk.ac.at/de/newsroom/2025/neuer-klimabericht-zeigt-klimawandel-trifft-osterreich-besonders (de), www.oeaw.ac.at/news/warum-oesterreich-vom-klimawandel-besonders-stark-betroffen-ist (de), https://aar2.ccca.ac.at (de, en) www.srf.ch/news/gletscherkollaps-im-oberwallis-blatten-nach-der-katastrophe-die-neuesten-bilder (de), https://en.wikipedia.org/wiki/2025_Blatten_glacier_collapse (de), https://tirol.orf.at/stories/3311719/ (de), www.suedtirolnews.it/italien/unwetter-in-norditalien-fordern-ein-menschenleben (de), www.ansa.it/piemonte/notizie/2025/07/05/alluvione-a-bardonecchia-piemonte-chiede-stato-di-emergenza_c88fcf9c-dbad-4d40-aeeb-9b4d9c4ba01c.html (it), www.lefigaro.fr/voyages/paris-milan-le-trafic-ferroviaire-coupe-pour-plusieurs-jours-apres-les-orages-20250701 (fr), www.unil.ch/news/en/1750322233506 (de,fr,it,en)