Mehr Schwermetalle im Hochgebirgswasser
Wo Permafrost und Gletscher zurückgehen, steigt die Konzentration von Schwermetallen und anderen Schadstoffen im Wasser. Das belegen Messungen der Wasserqualität von Hochgebirgsquellen in den Zentralen Ostalpen.
Wer im Hochgebirge wandert, erfrischt sich gerne mit Quellwasser. Doch dieses Wasser ist immer häufiger durch Zink, Nickel, Aluminium, Mangan, Uran oder Arsen belastet. Bereits Konzentrationen dieser Stoffe im Milligramm-pro-Liter-Bereich können dazu führen, dass Quellwasser nicht mehr trinkbar ist und stellen eine Herausforderung für den Schutz empfindlicher Wasserlebensräume dar. Messungen und aktuelle Studien belegen, dass dieses Problem mit dem auftauenden Permafrost und abschmelzenden Gletschern zusammenhängt. Bereits 2007 wurden an einem abgelegenen Hochgebirgssee in Südtirol steigende Schwermetall-Konzentrationen gemessen, an Messstellen entlang der Etsch stiegen die Nickelwerte binnen zwölf Jahren um etwa das Vierfache. Im Sommer 2021 entnahmen Forschende Proben aus 80 Hochgebirgsquellen in den westlichen Dolomiten, der Lagorai-Kette, der Ortlergruppe, den Ötztaler Alpen und der Silvretta. Eine im April 2026 veröffentlichte Studie zeigte, dass vor allem Quellen, die von Permafrostgebieten und Gletschern gespeist werden, hohe Schwermetallkonzentrationen aufweisen. Stefano Brighenti, dem Erstautor der Studie zufolge, hängt die Schwermetallbelastung der Hochgebirgsgewässer sowohl vom Verlust von Gletschern und Permafrost als auch von der Geologie eines Gebiets ab. Verschwindet das Eis, kommt es vermehrt zu chemischen Reaktionen zwischen Wasser, Sauerstoff und mineralischen Oberflächen. «Das erhöht den Säuregehalt des Wassers und begünstigt die Freisetzung von Schwermetallen aus dem Gestein. Die Folge ist, dass hochgelegene Quellen höhere Konzentrationen dieser Stoffe enthalten», so Brighenti. Durch die Klimakrise und steigende globale Temperaturen könnte sich die Schwermetall-Belastung alpiner Gewässer weiter erhöhen. An der Studie beteiligten sich zahlreiche italienische Forschungseinrichtungen sowie die Österreichische Akademie der Wissenschaften und der Naturpark Adamello-Brenta.
Link zur Studie: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/hyp.70515 (en)
Quelle und weiterführende Informationen:
www.eurac.edu/de/magazine/was-passiert-mit-den-wasserquellen-im-gebirge-wenn-gletscher-und-permafrost-tauen (de, en, it)