Verantwortungsvolles Biwakieren

Biwakieren liegt im Trend – doch gerade in sensiblen Alpenregionen kann das Übernachten unter freiem Himmel problematisch sein. Ein neues, kostenloses Handbuch der CIPRA gibt Orientierung für naturverträgliches Verhalten entlang der Via Alpina.

Nicht überall im Alpenraum ist Biwakieren gesetzlich erlaubt, die Regeln unterscheiden sich national und regional. Das ist besonders für Weitwandernde – etwa entlang der Via Alpina – relevant. Deshalb hat die CIPRA im Rahmen des Projekts «Via Alpina Youth» gemeinsam mit jungen Menschen aus allen Alpenländern ein englischsprachiges Handbuch entwickelt. Henriette Adolf, Mitautorin des Handbuchs und im Nationalpark Berchtesgaden tätig, betont: «Verantwortungsvoll draussen unterwegs sein heisst, keine Spuren zu hinterlassen.» Besonders in Schutzgebieten wie Nationalparks ist Biwakieren meist verboten – aus gutem Grund: Zu viele Störungen gefährden seltene Pflanzenarten und Lebensräume von Wildtieren. Auch soziale Medien spielen eine Rolle: Besonders idyllisch oder spektakulär anmutende Fotos von Übernachtungen unter freiem Himmel führen oft zu Nachahmung und damit zur Vermüllung und Verschmutzung der gezeigten Orte – viele davon befinden sich in Naturschutzgebieten oder an absturzgefährdeten Stellen.

Das Handbuch erklärt Unterschiede zwischen Biwakieren, Zelten und Campen, beleuchtet rechtliche Regelungen in den Alpenländern und stellt Alternativen wie Trekkingplätze oder Biwakboxen vor. Adolf plädiert für mehr Bewusstsein: «Nur was man kennt, kann man schützen.» Umweltbildung sei daher zentral – gerade für junge Menschen. Mit dem Handbuch will die CIPRA nicht nur informieren, sondern auch das Bewusstsein für möglichst umweltschonendes und vorsichtiges Verhalten in den Bergen stärken. Denn: Verantwortung beginnt schon bei der Planung einer Übernachtung im Freien.

Zum Handbuch

Im CIPRA Podcast erzählt Henriette Adolf, worauf es beim Übernachten im Freien ankommt und gibt praktische Tipps für möglichst naturverträgliches Verhalten. 

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