Übergabe der Petition "Rettet die Berge"
46.000 Bürger*innen unterzeichneten diesen Sommer die Resolution „Rettet die Berge – kein Rückschritt beim Alpenschutz!“ Heute, am Internationalen Tag der Berge, überreichen die beteiligten Verbände die Unterschriften an die Politik und fordern Nachbesserungen.
Trotz des breiten Protests von vielen Organisationen und Bürger*innen wurde das Dritte Modernisierungsgesetz am 23.07.2025 vom Bayerischen Landtag beschlossen. Mit dem Argument des Bürokratieabbaus wurden die Schwellenwerte für verpflichtende Umweltverträglichkeits-prüfungen (UVP) beim Bau von Skipisten, Beschneiungsanlagen und Liften deutlich angehoben. Dadurch entfallen zukünftig bei vielen Bauvorhaben diese Prüfungen – und damit auch eine verpflichtende Beteiligung der anerkannten Naturschutzverbände.
Wie problematisch die neuen Schwellenwerte sind, zeigt der geplante Neubau der Scheidtobelbahn am Fellhorn, der erste bekannte Fall in Bayern. Obwohl die Seilbahn-Trasse durch ein vielfach geschütztes Gebiet führt, entfällt beim Neubau der Seilbahn die bisher verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Ausschlaggebend ist das neue Längenkriterium: Seilbahnen in sensiblen Gebieten unter 1,5 Kilometern Gesamtlänge gelten nicht mehr als UVP-pflichtig. Die geplante Scheidtobelbahn ist 1,43 Kilometer lang – und liegt damit knapp unterhalb der neuen Grenze. Die Vermutung liegt nahe, dass dies erst der Anfang ist, und zukünftig viele Planungen in Skigebieten unter den neuen Schwellenwerten liegen werden. Dieses Vorgehen ist bereits gängige Praxis in Österreich, Umweltverträglichkeitsprüfungen sind dort eine seltene Ausnahme.
Für Axel Doering, Präsident der CIPRA Deutschland ist daher klar: „Umweltverträglichkeitsprüfungen sind keine lästige Bürokratie, sondern beurteilen die Auswirkungen auf Mensch und Natur. Sie sichern damit unsere Lebensgrundlage und sorgen auch wirtschaftlich für gute und zukunftsfähige Planungen“ Durch die Übergabe der Resolution „Rettet die Berge – kein Rückschritt beim Alpenschutz“ (Resolutionstext siehe Anlage) in Form einer Petition an den Bayerischen Landtag wollen die in der CIPRA Deutschland organisierten Verbände erreichen, dass sich der Bayerische Landtag erneut mit dem Alpenschutz beschäftigt und dem Willen vieler Bürger*innen Rechnung trägt.
Unterstützende Verbände:
BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Deutscher Alpenverein e.V.
Landesbund für Vogel- und Naturschutz e.V.
Naturfreunde Deutschland e.V.
Verein zum Schutz der Bergwelt e.V.
Protect Our Winters Germany
Gesellschaft für ökologische Forschung
Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung e.V.