Milano-Cortina 2026: Fairplay? Fehlanzeige!

Kunstschnee, Verkehr, Beton und fossiles Sponsoring: Die Fouls an der Natur vor und während der Olympischen Winterspiele 2026 waren zahlreich – und auch Thema der Medienberichterstattung.

Mehrere Milliarden Euro flossen für die Winterspiele 2026 in die Bauwirtschaft: Trotz aller Nachhaltigkeitsversprechen wurde eine neue Bobbahn in den Wald betoniert, eine Gondelbahn in einer Erdrutschzone gebaut, Hänge mit Baggern umgegraben und Wälder für Speicherbecken geopfert. Einer der wenigen positiven Aspekte für die Natur: Erstmals wurden Winterspiele dezentral abgehalten, um weniger Sportstätten neu bauen zu müssen. Dennoch produzierte Milano-Cortina 2026 Berechnungen zufolge mehr als 900.000 Tonnen CO2. Der grösste Anteil daran entfällt auf die Zuschaueranreise, der Rest auf die Planung und Durchführung der Wettbewerbe sowie auf Bauprojekte. Hinzu kommen 1,3 Millionen Tonnen CO2 durch Sponsoring von Firmen aus der fossilen Industrie wie dem Ölkonzern ENI, dem Autobauer Stellantis oder der Fluggesellschaft ITA Airways. Den Umstand, dass sich der Wintersport mit fossilen Sponsoren sein eigenes Grab schaufelt, kritisierte eine an das IOC überreichte Petition von Athlet:innen mit mehr als 20‘000 Unterschriften.

Einsatz von Kunstschnee trotz Wassermangel 

Die Klimakrise erschwert die Austragung von Winterspielen zusätzlich: Mitte des Jahrhunderts werden von aktuell 93 noch 52 Austragungsorte in Frage kommen, ohne Kunstschnee-Einsatz bleiben nur noch vier. Alleine für Milano-Cortina 2026 wurden vier neue Speicherbecken gebaut und insgesamt 2,4 Millionen Kubikmeter Kunstschnee produziert. Das in den trockenen Südalpen ohnehin knappe Wasser dafür kam aus alpinen Quellen und Flüssen. Die Kosten für diese Winterspiele stiegen von geplanten 1,5 auf 5,7 Milliarden Euro. Eine Summe, für die letztlich die Steuerzahler:innen aufkommen. Zusätzlich verstärken gestiegene Immobilienpreise etwa in Cortina und Mailand die soziale Ungleichheit. 2030 finden Olympische Winterspiele in den französischen Alpen statt. Dort fordern NGOs mehr Transparenz und Bürger:innenbeteiligung. 

Ausgewählte Medienberichte zu den Olympischen Winterspielen 2026 – CIPRA als engagierte Stimme für nachhaltige Alpenpolitik: www.cipra.org/de/dossiers/olympische-winterspiele/medienspiegel-zu-milano-cortina-2026 

Podcast zu Milano-Cortina 2026
Welche Auswirkungen hatten die Winterspiele 2026 auf die italienischen Alpen? Was ist ihr Vermächtnis für die lokalen Gemeinden? Und was müssen die Veranstalter der nächsten Winterspiele in den französischen Alpen 2030 daraus? Diesen Fragen gehen wir in der aktuellen Ausgabe unseres Podcasts nach:

Quellen und weiterführende Informationen:
www.snpambiente.it/pubblicazioni/consumo-di-suolo-dinamiche-territoriali-e-servizi-ecosistemici-edizione-2025/ (it),  www.sgr.org.uk/publications/olympics-torched (en),  www.libera.it/it-schede-2792-open_olympics_2026_il_terzo_report_di_monitoraggio_civico (it),  www.uibk.ac.at/de/newsroom/2026/zwischen-klimaschutz-und-schneesicherheit-die-zukunft-der-olympi/ (it)  www.quarks.de/umwelt/klimawandel/olympischen-winterspiele-klimawandel/ (de), www.olympics.com/de/news/olympische-winterspiele-franzosische-alpen-2023-alles-was-sie-daruber-wissen-mussen (de), www.theguardian.com/sport/2026/feb/22/the-great-olympic-lie-untold-story-of-winter-games-huge-environmental-impact (en), www.derstandard.at/story/3000000309451/gebaut-gerodet-gruengewaschen-wie-nachhaltig-sind-die-olympischen-spiele (de), www.zdfheute.de/sport/olympia-2026-skispringen-schanzen-weisse-elefanten-predazzo-100.html (de)