Kreativ gegen invasiv

Pflanzenpapier aus invasiven Neophyten selbst herstellen

Invasive Neophyten breiten sich zunehmend aus und gefährden die heimische Artenvielfalt. Als Neophyten bezeichnet man Pflanzenarten, die vom Menschen in Gebiete gebracht wurden, in denen sie ursprünglich nicht vorkamen. Viele dieser Arten vermehren sich stark, meist durch Samen oder Wurzeln, und verdrängen lokale Pflanzen. Um eine weitere Verbreitung zu verhindern, ist es notwendig, die Pflanzen samt Wurzeln zu entfernen, am besten noch bevor sich Samen bilden. Die entfernten Pflanzen dürfen nicht kompostiert oder in der Natur entsorgt werden, viele Gemeinden haben dafür besondere Sammelstellen.

Nach dem Ansatz der Kreislaufwirtschaft entwickelte das slowenische Projekt APPLAUSE verschiedene Techniken zur Verwertung von Neophyten und zur Sensibilisierung von Bürger:innen, etwa mittels einer eigenen Sammelstelle. Mit den Pflanzen wurden im Rahmen des Projekts Papier, Vogelhäuschen oder Instrumente hergestellt. Das ökologische Problem wird als kreative Ressource genutzt. Dies griff auch der Workshop «Kreativ gegen invasiv» der Kunstschule Liechtenstein in Zusammenarbeit mit CIPRA International auf. Die Teilnehmenden stellten handgeschöpftes Papier aus invasiven Neophyten her. Dabei lernten sie sowohl die Techniken der Papierherstellung als auch die ökologischen Hintergründe kennen. Ein Abendvortrag von Elias Kindle von der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) bot Gelegenheit, das Wissen zu Neophyten zu vertiefen. Das selbst hergestellte Papier als einzigartiges Endprodukt ist ein schönes Beispiel dafür, wie Kunst und Umweltbewusstsein Hand in Hand gehen können. 

Die CIPRA-Karte gibt eine Übersicht über alle Utopien! (en)

Was: Papier aus invasiven Neophyten selbst herstellen

Wer: Kunstschule Liechtenstein in Zusammenarbeit mit CIPRA International

Wo: Kunstschule Liechtenstein, Nendeln

Wann: Workshop am 05. November 2025

Wie: Idee aus dem slowenischen Projekt APPLAUSE

Übertragbarkeit: Neophyten werden als Ressource verwertet und Bürger:innen werden sensibilisiert. 

Themen
Natur