Via Alpina
Die Via Alpina ist ein grenzüberschreitender Weitwanderweg durch alle acht Alpenländer von Triest/I nach Monaco. Entlang des Weges begegnen Wandernde den Menschen vor Ort und erleben einzigartige alpine Lebens- und Naturräume.
Die Via Alpina wurde im Jahr 2000 von einem Zusammenschluss alpiner Vereine und Gebietskörperschaften unter der Leitung des französischen Vereins «Grande Traversée des Alpes» (GTA) ins Leben gerufen. 2014 hat CIPRA International die Koordination übernommen, um das Angebot weiter zu pflegen und zusätzlich mit den Themen der nachhaltigen Entwicklung anzureichern.
Die Via Alpina…
- führt durch Italien, Slowenien, Österreich, Deutschland, Liechtenstein, Schweiz, Frankreich, Monaco
- besteht aus 116 Tagesetappen
- hat eine Gesamtweglänge von fast 2’000 Kilometern
- wurde durch Markierungen und Informationstafeln auf bereits bestehenden Wegen angelegt
- führt von der Mittelmeerküste (Golf von Triest, Côte d'Azur) bis hinauf in 3‘000 Meter Höhe (in den Ötztaler Alpen). Insgesamt werden über 100'000 Höhenmeter zurückgelegt
- durchquert auf ihren Wegen rund 200 Gemeinden
- hat das Motto „Entdecke die Alpen!“
- lädt zum Wanderabenteuer für einen Tag, eine Woche oder mehrere Monate ein
- hebt die Vielfalt der Alpen hervor
- schafft einen ökonomischen, ökologischen und sozialen Mehrwert für die bereisten Regionen.
Ein ausführlicher Online-Wanderführer in fünf Sprachen informiert über Streckenführung sowie den Hintergrund der Via Alpina und vernetzt Wandernde miteinander. In der Online-Community und auf Outdoor Active können Via Alpinist:innen ihre Erfahrungen teilen.
Über das touristische Produkt hinaus ist die Via Alpina auch ein greifbares Symbol für die gemeinsame alpine Identität und eine Plattform zur Durchführung grenzüberschreitender Initiativen zur nachhaltigen Entwicklung der Alpen. Durch die Via Alpina entstanden viele Pilotprojekte wie ein internationaler Qualitätsleitfaden für Weitwanderwege oder ein Handbuch zum Wandern als Instrument für die Umweltbildung der Jugend. Das Projekt «Via Alpina Youth – walking the change» (2023-2025) verbreitet Wissen, Ideen und Möglichkeiten zu nachhaltigen Lebensstilen, Inklusion, Umweltschutz und Klimawandel entlang des Weges. Die Via Alpina ist zudem ein offizielles Umsetzungsprojekt der Alpenkonvention. Im Jahr 2017 erarbeitete das Internationale Sekretariat der Via Alpina gemeinsam mit den Partner:innen eine neue strategische Ausrichtung, welche seitdem umgesetzt wird. Im Jahr 2022 sind acht Wandernde mit jeweils einem Stipendium aufgebrochen, um die Via Alpina zu wandern. Ihre Erfahrungen waren die Grundlage für eine Weiterentwicklung der Route und der Website (beides veröffentlicht im April 2024).
Kaum eine andere Bergregion der Erde ist so kontrastreich wie die Alpen. Wir sehen die Via Alpina als roten Faden zwischen bestehenden Weitwander-Initiativen und als Schauplatz positiver wie auch negativer Entwicklungen in den Alpen – denn zu Fuss sind die Eindrücke zahlreicher und einprägsamer als auf schnellen Reisen. So fällt Wanderern im Norden der Via Alpina neben den noch immer beeindruckenden, aber schrumpfenden Gletschern die stetig wachsende Skigebiets-Infrastruktur auf, während sie auf den Etappen am Südteil der Via Alpina oft durch verlassene Täler gehen. Eine Wanderung entlang der Via Alpina macht alpenweite Probleme greifbar: Klimakrise, Massentourismus, Landflucht, Energiewende, Flächenfrass, soziale Ungleichheit. Dennoch gibt es sie noch immer in den Alpen: Eine schier unglaubliche Schönheit und Vielfalt der Natur, Kultur und der Sprachen. Das ist der eigentliche und wichtigste Grund für eine Wanderung entlang der Via Alpina.
Kontakt: Nora Leszczynski, Email: info@via-alpina.org